Der ÖbVI

Den Berufsstand des Landvermessers gibt es bereits seit über 3000 Jahren. Schon in den alten Kulturen des mittleren Ostens wurden Vermesser benötigt, um nach den jährlichen Überschwemmungen des Nils bzw. von Euphrat und Tigris den Bauern das Land erneut zuzuteilen.

Im europäischen Kulturkreis gibt es diesen Berufsstand seit dem 16. Jahrhundert, als die Landesherren die Grenzen ihrer Herrschaftsbereiche durch Grenzsteine festlegen und vermessen ließen. Die Vorgänger der ÖbVI waren im 18. und 19. Jahrhundert die Feldmesser, deren Zulassung durch die Provinzialregierungen bereits ähnlich geregelt war.

Heute wird der ÖbVI in Nordrhein-Westfalen durch die Bezirksregierung vereidigt und zugelassen; nur der ÖbVI ist - neben den Behörden - berechtigt, Katastervermessungen durchzuführen.

Daneben ist der ÖbVI selbstverständlich auch in allen Bereichen der Ingenieur-Vermessung tätig, wozu man z.B. die Aufnahme von Lageplänen und die Durchführung von Gebäudeabsteckungen zählt.

Durch die Befugnis, auch hoheitliche Vermessungen durchführen zu können, wird erst eine effektive und effiziente Betreuung des Kunden erreicht. Denn im Vorfeld eines Bauvorhabens steht in den meisten Fällen auch die Grundstücksteilung; nach der Fertigstellung ist der Eigentümer aufgrund des Vermessungs- und Katastergesetzes verpflichtet, das Gebäude einmessen zu lassen. Somit kann nur der ÖbVI den Kunden von Anfang bis zum Ende einer Baumaßnahme vermessungstechnisch rundum betreuen.

Die überragende Bedeutung des Aufgabenfeldes im Eigentumssicherungssystem von Grund und Boden gebietet es, dass der ÖbVI einen Freien Beruf ausübt und seine Tätigkeit kein Gewerbe darstellt. Als selbstständige Freiberufler haften die ÖbVI persönlich für ihre Arbeit und tragen Eigenverantwortung. Die öffentliche Bestellung garantiert freiberufliche Dienstleistung bei staatlicher Aufsicht.
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